Ladenöffnungsgesetze: verkaufsoffene Sonntage in allen 16 Ländern

Zwei Länder wählen: Der Vergleich zeigt Höchstzahl, Uhrzeit, Adventsregel, Anlass und wer freigibt, nach dem Wortlaut der beiden Gesetze.

Nordrhein-Westfalen und Bayern: Sonntage je Jahr

8 : 4

Nordrhein-Westfalen erlaubt mehr Sonntage.

Gesperrte Sonntage 20276 : 8
Adventssonntage möglich4 : 1
So wird gerechnet
Regeln im Vergleich, 2027
Nordrhein-WestfalenBayern
GesetzLÖG NRW § 6BayLadSchlG Art. 6
Höchstzahl84
Uhrzeitab 13 Uhr, höchstens 5 Stundenzwischen 10 und 18 Uhr, höchstens 5 Stunden
AdventFür die ganze Stadt nur ein Adventssonntag; in Bezirken je einer, zusammen höchstens zwei.Adventssonntage im Dezember gesperrt; ein 1. Advent Ende November ist möglich.
Anlassöffentliches Interesse: Feste, Märkte, Messen, Stärkung des Handels, Belebung der Zentren, Sichtbarkeit der Stadtbesonderer Anlass: Märkte, Messen, große kulturelle, religiöse, traditionelle, historische oder sportliche Ereignisse und Feste
Wer freigibtörtliche Ordnungsbehörde durch VerordnungGemeinde durch Rechtsverordnung

Erstellt von Radif Partners · Methode · Gesetze und Verordnungen geprüft am 29. Oktober 2026

Seit der Föderalismusreform von 2006 regelt jedes Land den Ladenschluss selbst, und Bayern hat als letztes Land am 1. August 2025 das Ladenschlussgesetz des Bundes durch ein eigenes Gesetz ersetzt. Die Spannweite ist groß: Baden-Württemberg erlaubt drei verkaufsoffene Sonn- oder Feiertage im Jahr, die meisten Länder vier, Brandenburg fünf, Niedersachsen sechs je Gemeinde und Berlin und Nordrhein-Westfalen acht. Auch die Uhrzeiten unterscheiden sich: 12 bis 18 Uhr fest in Sachsen, 13 bis 20 Uhr in Berlin und Brandenburg, bis zu sechs Stunden mit Ende um 20 Uhr in Hessen und Thüringen, fünf Stunden bis 18 Uhr in vielen anderen. Gemeinsam ist allen der Schutz des Sonntags nach Art. 140 Grundgesetz: Fast überall braucht die Öffnung einen Anlass, Ostersonntag und Pfingstsonntag sind fast überall gesperrt, Volkstrauertag und Totensonntag in dreizehn Ländern. Wer entscheidet, ist ebenfalls verschieden: meist die Stadt, in Berlin der Senat, in Thüringen der Landkreis, im Saarland die Geschäfte selbst. Alle Texte haben wir am 29. Oktober 2026 in den Landesportalen gelesen.

Die 16 Länder auf einen Blick

Verkaufsoffene Sonntage nach Landesrecht: Höchstzahl je Gemeinde und Jahr, erlaubte Stunden und die Sonntage 2027, die das Gesetz nicht sperrt (gelesen am 29. Oktober 2026)
LandHöchstzahlUhrzeitMögliche Sonntage 2027Gesetz
Baden-Württemberg3Ende spätestens 18 Uhr, höchstens 5 Stunden45LadÖG § 8
Bayern4zwischen 10 und 18 Uhr, höchstens 5 Stunden44BayLadSchlG Art. 6
Berlin8zwischen 13 und 20 Uhr47BerlLadÖffG § 6
Brandenburg5zwischen 13 und 20 Uhr47BbgLöG § 5
Bremen4zwischen 11 und 18 Uhr, höchstens 5 Stunden42Bremisches Ladenschlussgesetz § 10
Hamburg4Ende spätestens 18 Uhr, höchstens 5 Stunden41LÖG Hamburg § 8
Hessen4Ende spätestens 20 Uhr, höchstens 6 Stunden43HLöG § 6
Mecklenburg-Vorpommern4außerhalb der Hauptgottesdienstzeit, sonst ohne feste Uhrzeit im Gesetz44ÖffZG M-V § 6
Niedersachsen6höchstens 5 Stunden40NLöffVZG § 5
Nordrhein-Westfalen8ab 13 Uhr, höchstens 5 Stunden46LÖG NRW § 6
Rheinland-Pfalz4ab 11 Uhr, höchstens 5 Stunden43LadöffnG § 10
Saarland4Ende spätestens 18 Uhr, höchstens 5 Stunden44LÖG Saarland § 8
Sachsen4zwischen 12 und 18 Uhr45SächsLadÖffG § 8
Sachsen-Anhalt4zwischen 11 und 20 Uhr, höchstens 5 Stunden48LÖffZeitG LSA § 7
Schleswig-Holstein4Ende spätestens 18 Uhr, höchstens 5 Stunden43LÖffZG § 5
Thüringen4zwischen 11 und 20 Uhr, höchstens 6 Stunden49ThürLadÖffG § 10

Die Spalte „Mögliche Sonntage“ zählt die Sonntage des Jahres, die das Gesetz nicht ausdrücklich sperrt. Freigeben darf eine Stadt davon nur so viele, wie die Höchstzahl erlaubt, und nur mit dem verlangten Anlass. Länder, die auch Feiertage zulassen, können zusätzlich einen Feiertag unter der Woche wählen.

Was überall gleich ist

Kein Land erlaubt einen verkaufsoffenen Sonntag ohne Grenze. Die Öffnung soll außerhalb des Hauptgottesdienstes liegen, Beschäftigte haben Anspruch auf Ausgleich, und die Freigabe kann auf Stadtteile und Handelszweige beschränkt werden. Gerichte prüfen den Anlass genau: Steht das Einkaufen im Vordergrund und nicht das Fest, hält die Freigabe oft nicht. Grundlage dafür ist Art. 140 GG und das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2009.

Einen Sonntag nach dem Gesetz eines Landes prüfen

Hessen, Sonntag, 28. November 2027

Gesperrt

Höchstzahl je Jahr4
ÖffnungszeitEnde spätestens 20 Uhr, höchstens 6 Stunden
Mögliche Sonntage 202743 / 52
Wer freigibtGemeinde durch Allgemeinverfügung, spätestens drei Monate vorher bekannt gemacht
Zur vollständigen Prüfung →

Bayern seit August 2025

Bayern hatte bis Juli 2025 kein eigenes Ladenschlussgesetz; dort galt noch § 14 des Bundesgesetzes. Das neue Gesetz hält an vier Tagen fest, öffnet aber den 1. Advent im November und Feiertage wie den 3. Oktober und erlaubt acht verkaufsoffene Nächte an Werktagen. Mehr dazu auf der Seite Bayern.

Häufige Fragen

Welches Bundesland hat die meisten verkaufsoffenen Sonntage?

Berlin und Nordrhein-Westfalen mit je acht. In Nordrhein-Westfalen kann eine Großstadt durch Freigaben für einzelne Bezirke sogar bis zu sechzehn Tage erreichen, in Berlin kommen zwei Tage je Geschäft aus eigenem Anlass hinzu. Niedersachsen erlaubt sechs je Gemeinde, Brandenburg fünf. Am wenigsten sind es in Baden-Württemberg mit drei.

Warum braucht ein verkaufsoffener Sonntag einen Anlass?

Weil Art. 140 des Grundgesetzes mit Art. 139 der Weimarer Reichsverfassung den Sonntag als Tag der Arbeitsruhe schützt. Das Bundesverfassungsgericht hat 2009 betont, dass die Öffnung die Ausnahme bleiben muss und ein reines Umsatzinteresse nicht genügt. Die Länder verlangen deshalb ein Fest, einen Markt oder ein öffentliches Interesse.

Gilt das Ladenschlussgesetz des Bundes noch irgendwo?

Für die Sonntagsöffnung in keinem Land mehr. Bayern war das letzte Land, in dem es galt; seit dem 1. August 2025 hat es das Bayerische Ladenschlussgesetz ersetzt. Das Bundesgesetz steht zwar noch im Bundesgesetzblatt, die Länder haben es aber nach Art. 125a Grundgesetz durch eigene Gesetze abgelöst.

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Herausgeber eines unabhängigen Kalenders der verkaufsoffenen Sonntage, der jede Freigabe auf die Verordnung der Gemeinde zurückführt

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